Die Bombe – ein Überblick

Foto: Ohto Kokko / Lizenz: cc-by-sa 3.0

Es jähren sich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Da halten wir inne und fragen: Muss man es immer gleich so übertreiben? Fischfresse.de, das Blog für den fingerfertigen Hobbybastler, hat aus diesem Anlass ein kleines Vademecum zusammengestellt, das in keiner Kellerwerkstatt fehlen sollte. Welche Bomben gibt es, und für wen sind sie geeignet?

Der Molotow-Cocktail – preiswertes Einsteigermodell mit Schüler- und Studenten-Attitüde. Verbreitete Art des Altglas-Recyclings in Berlin-Kreuzberg.

Die Handgranate – eigentlich keine richtige Bombe, bloß ein Bömbchen, mit dem sich bräsige Feldwebel bei jungen Rekruten wichtig tun. Gleich wieder vergessen.

Die Rohrbombe – auch »Arme-Leute-Bombe« genannt. Sie wird von mittellosen Klempnern aus Haushaltsabfällen zusammen geschraubt. Rezepte für das Sprengpulver findet man regelmäßig in der Apotheken-Umschau. Eine Bombe, so entwürdigend wie Pflegestufe 3.

Die Arschbombe – ein Klassiker, jedoch durch internationale Badeordnungen geächtet.

Die Wasserstoffbombe – simpel in der Herstellung: Man führe eine Elektrolyse durch und werfe den Sauerstoff weg. Passt in ein Reagenzglas. Ziemlich langweilig.

Die Sexbombe und die Eisbombe – wie die Arschbombe mit gewissem Unterhaltungswert. Werden seit den 70er-Jahren (leider) nicht mehr gebaut.

Die Kofferbombe – eher überschätzt, verpufft nahezu wirkungslos unter handelsüblichen Konferenztischen. Aber allemal einen Versuch wert.

Die Briefbombe – einzige Form der Korrespondenz, mit der auch Legastheniker ernst genommen werden. Achtung: Darf nicht als Warensendung frankiert werden!


Die Autobombe »Bagdad« – sie sorgt seit hundert Jahren hie und da für Zündstoff, erlebt aber seit der Befriedung des Zweistromlandes durch internationale Streitkräfte ihren zweiten Frühling. Die spektakulärste Art, einen alten Mercedes vor einer Polizeiwache zu parken.

Die Autobombe »Oklahoma-City« – hinterlässt einen bleibenden Eindruck, ist aber etwas unhandlich. Man verrühre einen mittelgroßen Raiffeisen-Markt mit reichlich Zucker und verlade das Ganze vorsichtig (Gehörschutzstöpsel nicht vergessen!) auf einen geliehenen Sattelschlepper.

Die Streubombe – das Osterei unter den Sprengsätzen und ein Spaß für die ganze Familie.

Der Blockbuster »Dresden« – nicht die feine englische Art, eher die grobe. Von Guido Knopp geächtet.

Die Atombombe – die Mutter aller Böller, das Produkt ingeniöser Ingenieurskunst. Der Atompilz belegt Platz zwei auf Karlheinz Stockhausens Rangliste der größten Kunstwerke.

Die Neutronenbombe – die Atombombe für Spießer: Sie macht kaum Unordnung und deutlich weniger Lärm.

Die Stinkbombe – das pure Teufelswerk, erhältlich in den Varianten »Faule Eier« und »Buttersäure«. Duck and cover, Gott der Herr sei uns gnädig! Sie ist ein Schlag ins Gesicht des Völkerrechts und gehört für alle Zeiten verboten. Durch Stinkbomben kontaminierte Räume können nur mit Atombomben in einen einigermaßen bewohnbaren Zustand gebracht werden.

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Bildquelle: WikimediaCommons – Foto: Ohto Kokko – Lizenz: cc by sa 3.0

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