
Foto: Gorinin
Das nennen wir mal eine Überraschung! Eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hat ergeben, dass knapp 90 Prozent der Deutschen dem Kapitalismus kritisch gegenüberstehen. Ausgerechnet jetzt, wo auch der letzte Ossi seine Nische zwischen Zeitarbeit und Hartz-4 gefunden hat, kippt die Stimmung, und neun von zehn Mitbürgern kritteln an unserem bewährten Wirtschaftssystem herum. Aber wer sind diese Leute? Fischfresse nennt sie beim Namen:
Reiner Calmund – Ihm fällt der Abschied vom Kapitalismus leicht. Auch ohne Geld ist er gut versorgt und kann von seinen Reserven noch Jahrzehnte zehren.
Ilse Aigner – Sie macht als Verbraucherschutzministerin schon mal ordentlich Druck und löscht demonstrativ ihren Bank-Account.
Adolf Sauerland – Der berühmteste Bürgermeister Deutschlands lässt den Kapitalismus mit einem bewährten Konzept in die Falle tappen.
Theo Albrecht – Einer, der es wissen muss, hatte er den Kapitalismus doch einst selbst erfunden. Während seiner letzten Jahre als Pflegefall hat er allerdings viel Zeit zum Philosophieren gehabt. Eigentlich wollte er die Nachwelt auf dem Sterbebett mit dem Satz »Hab‘s mir überlegt, Geld ist Scheiße« überraschen. Seine letzten Worte gingen allerdings in einem Erbschaftsstreit unter, der sich darum drehte, wer seinen Dienstwagen zur Auktion einliefern darf.
Nina Hagen – Sie lässt den Kapitalismus nächste Woche von ihren außerirdischen Freunden abholen.
Lukas Podolski – Auch er braucht den Quatsch nicht. Hauptsache, die Kohle stimmt.
Dieter Bohlen – Selbst, wenn Kapitalismus singen könnte: Beim Dieter hat er ausgeschissen, den könntest Du ihm nackt auf den Bauch binden, da findet er ja Mehrzads Oma geiler.
Guido Westerwelle – Obwohl er Vorsitzender einer Partei ist, in der »Kapitalistenschwein« nicht gerade ein Schimpfwort ist, hat Guido die Schnauze voll davon, ständig über den hohen Höchststeuersatz zu jammern. Beim Marsch durch die Instanzen ist er ziemlich weit oben angekommen und konzentriert sich nur noch darauf, für die schwule Sache zu werben.
Jean Pütz – Er zeigt uns, wie man mit haushaltsüblichen Utensilien ganz einfach ein neues Wirtschaftssystem bastelt.
Schön schön, und wer bitte sehr ist die Nummer Zehn? Die eine Deutsche, die immer noch am System hängt und nicht einsehen will, dass die Grenzen des Wachstums erreicht sind?
Sahra Wagenknecht – Sie braucht den Kapitalismus wie die Oberlausitz ein Konjunkturprogramm, denn ohne ihn ist sie nichts weiter als die Coco Chanel für die Sado-Maso-Szene. Dass also niemand behauptet, sie habe bloß wieder den Trend verpennt!


