Wie McFit muss man sein, um eine Großveranstaltung in Duisburg zu überleben? Das fragt sich seit dem Wochenende nicht nur der Veranstalter der Loveparade. Während es früher einer durchtanzten Nacht auf Amphetaminen bedurfte, damit einem auf einem Rave die Luft wegblieb, genügt heute bereits die Anreise über Duisburg Hauptbahnhof. Die Stadt im Westen des Ruhrgebiets, die oft mit Oberhausen verwechselt wird, wollte auch mal im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Das ist ihr auch gelungen. Essen hat Zollverein, Gelsenkirchen den Fußballverein, und Duisburg hat einen Deppenverein, der froh sein kann, wenn er eine Pressekonferenz ohne Personenschäden über die Bühne bringt. Jetzt blickt die ganze Welt nach Duisburg (Werbeslogan: »Wir können alles. Außer richtig.«) und wartet gespannt auf die nächsten aufregenden Veranstaltungen des bewährten Planungsstabes:
Die Haddsch – Sie hat es Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) angetan. »Moscheen haben wir ja mehr als genug.«, so Sauerland. »Wenn von 1,4 Milliarden Muslimen weltweit nur etwa 1,4 Millionen nach Duisburg pilgern, ist das eine super Werbung für unsere Stadt. Mit dem Werbering Marxloh arbeite ich derzeit an einem Sicherheitskonzept.«
Das Fußballfest – Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe will an die erfolgreichen Zeiten des MSV erinnern. »Da war das Wedaustadion immer proppenvoll, da kamen gut und gerne 250.000 Leute. In die neue Schauinsland-Reisen-Arena passen aber 1,4 Millionen. Wäre doch gelacht, wenn wir die nicht voll bekämen. Die Innenraumbestuhlung wird natürlich für Gehbehinderte und Senioren frei gehalten.«
Die Flugschau – »Motorsport ist auch Sport« lautet das neue Motto von Ex-Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller. »Beim Kunstflug wirken irrsinnige Kräfte auf den Piloten, da muss man fit sein. Etwa 1,4 Millionen Zuschauer werden die Vorführungen der Staffel Frecce Tricolori über der Innenstadt mit brennendem Interesse verfolgen.«
Die Eva-Herman-Lesung – muss leider abgesagt werden. “Zu dieser Veranstaltung wären sicher mehr als die 250.000 Menschen geströmt, die unsere Stadt fassen kann”, so der stellvertretende Polizeipräsident Detlef von Schmeling. “Da können wir auch mit unseren geliebten Vereinzelungssperren nichts mehr retten.”



das ist nur schwach! Wenn du in der Menschenmenge gewesen wärest, und dann sowas lesen sollst, dann wird dir aber sowas von überhaupt nicht lustig!
Überlegs dir nochmal, ob du den Beitrag wirklich stehen lassen möchtest.
Dabei hatte ich so sehr gehofft, dass meine subtile, vielleicht nicht jedermann gleich ins Auge springende Kritik an den Verantwortlichen den Traumatisierten ein wenig Trost spenden könnte …
@ Meine Fresse. Es ist schon bemerkswert, dass Leute sich auf eine deutlich als SATIRE gekennzeichnete Seite begeben und dann rummeckern, wenn ihnen der Inhalt nicht “lustig” erscheint. Wie hätten wir´s denn gern? Darf nur noch veröffentlicht werden, was von der GEW, den Ortsverbänden der Grünen, den Skinheads und allen religösen Vereinigungen abgesegnet wurde? Meine Fresse: Hast du dich mal ansatzweise gefragt, was Satire ist? Friederich Dürrenmatt bezeichnete einst die Komödie als die einzig mögliche Theaterform, aus der sich auch noch das Tragische erzielen läßt. Ähnlich ist diese Satire auch eine, vielleicht aus Deiner Sicht unpassende Reaktion, auf die sonst unbeschreiblichen Zustände in Duisburg. Da macht sich niemand über die Opfer lustig. Die Verursacher allerdings werden der Lächerlichkeit preisgegeben.
Geht das in deinen amphetamingeschwängerten Schädel rein?