Mixa schlägt wieder zu

Nach den Missbrauchskandalen, die unnötigerweise ans Licht der Öffentlichkeit gedrungen sind, ist die katholische Kirche nun auch noch mit einem Misshandlungsvorwurf gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa konfrontiert. Mixa soll in seiner Zeit als Pfarrer in Schrobenhausen vor über 20 Jahren (strafrechtlich verjährt, wie alles, was die katholische Kirche verbrochen hat) mehrere Heimkinder geschlagen haben. Das haben die mittlerweile erwachsenen Opfer per eidesstattlicher Versicherung ausgesagt. Die Kirche ist darüber entsetzt und vermutet Trittbrettfahrer der breit angelegten »Diffamierungskampagne« der letzten Wochen. Das ist allerdings unwahrscheinlich, denn einer der Geprügelten hatte bereits vor Zeugen über Mixas Schläge berichtet, lange bevor bekannt wurde, wie populär Kindesmissbrauch beim Klerus ist. Ein Gesprächsangebot des Bischofs haben zwei der ehemaligen Heimkinder bereits abgelehnt. Vermutlich wollen sie nicht noch einmal Opfer werden, diesmal der kirchlichen Vertuschungs- und PR-Maschine.
Mixa, als kirchenpolitisches Schwergewicht bekannt, nimmt die Sache nun aber wieder selbst in die Hand. Um zu zeigen, dass er mehr drauf hat, als wehrlose Kinder zu verdreschen, hat er sich einen Gegner auf Augenhöhe gesucht: Er wird keinen geringeren als WBC-Weltmeister Vitali Klitschko zum Fight herausfordern. Das ist kein Zufall, denn diese Männer verbindet mehr als ihre Eisenfaust. Beide haben promoviert, beide stammen aus der Ukraine (jedenfalls ungefähr). Für Spannung dürfte hingegen ein feiner taktischer Unterschied sorgen: Während Klitschko für eine starke Linke steht, ist Mixa ein notorischer Rechtsausleger. Der Kampftermin steht bisher noch nicht fest, an Einzelheiten wird aber schon gefeilt. Vor dem Fight wird es zum Beispiel außer einer Laser- auch eine Weihrauchshow geben (allerdings ohne Wandlung). Klitschko wählt als Einmarschmusik stilsicher sein bewährtes »Hells Bells« von AC/DC. Mixa steht mehr auf die »Regensburger Domspatzen«.
Über seine Aussichten, den Boxkampf zu gewinnen, macht Mixa sich freilich keine Illusionen. »Ich denke, dass ich ihm einige blaue Flecken verpassen werde«, so der Augsburger Bischof, »das habe ich bisher noch bei jedem geschafft.«

2 Kommentare
  1. Autonomer Atheist sagt:

    Ergänzend zum Thema klerikaler Kindesmissbrauch auch noch:
    http://www.youtube.com/watch?v=VABSoHYQr6k

    Zeigt schön auf, wie populär “Kindesmissbrauch beim Klerus” ist …

  2. Uwe sagt:

    Die Stories die ‘Der Michser’ so ablässt, würden wahrscheinlich eine ganze Kabarett-Gruppe mit Gags versorgen.. :-(
    Dein Artikel ist sehr gut zu lesen und trifft den Nerv.. Danke

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