Organspende vor dem Tod

Beschleunigung allerorten, sogar in den Niederlanden. Die Ärzte E. Kompanje und Y. de Groot haben mit der, wie sie betonen, theoretischen Überlegung für Aufsehen gesorgt, man möge Organspender schon vor ihrem Hirntod ausweiden. Hintergrund ist die Tatsache, dass sich die Gewebequalität mit Eintreten des Todes rapide verschlechtert. Um die ISO-Zertifizierung zu erreichen, sind Krankenhäuser aber zu Qualitätssicherungsmaßnahmen verpflichtet. Mit einer Organmafia, die nicht darauf warten kann, dass der Lieferant von selber stirbt, hat das freilich nichts zu tun.

Folgende Bevölkerungsgruppen sind nun auch in Deutschland aufgerufen, sich prophylaktisch in der nächstgelegenen Klinik zu melden:

  • Adipöse mit ihrem einschlägig bekannten Risiko für frühen Herztod. Bitte schon mal abspecken, damit die Schlachter Ärzte bei der Entnahme noch vor Weihnachten zum Organ ihrer Wahl vordringen können.
  • Weil die Gewebequalität besonders unter Fensterstürzen leidet: pickelige Emos, die nie mit der gelackten Sportskanone aus der Parallelklasse zusammenkommen werden.
  • Motorradfahrer vor der ersten Serpentinenstrecke des Frühjahrs. Dann müssen sie dort nicht abgeholt werden.
  • Embryonen. Sie benötigen die schriftliche Erlaubnis ihrer Hersteller.
  • Wachkoma-Patienten. Einwilligung erfolgt durch Lidschluss: Einmal bedeutet »Ja«, keinmal auch.

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