Ayahuasca Deathtrip – Blogroman – Prolog

»Ich dachte, Autos explodieren nur im Film.« Das war mein erster Gedanke, als ein Polizist mir sagte, dass mein Vater in seiner Limousine verbrannt war. Ich weiß es noch genau, weil es erst drei Tage her ist. Früher glaubte ich, es bräuchte Pyrotechnik oder Gasflaschen um ein Auto nach einem Unfall in die Luft zu jagen.
Die meisten Leute sagen, mein Vater sei ein Arschloch. Ich habe ihn kaum gekannt, deshalb kann ich nichts dazu sagen. Wahrscheinlich stimmt es. Er war nie da, immer unterwegs, auf der Pirsch nach Geld, nach Wild, nach Frauen. Vom Büro in den Wald in den Puff. So hatte es meine Mutter zusammengefasst, bevor sie uns und das Schmalztopfambiente der Jagdhütten für immer verlassen hatte. Die Jagden gehören jetzt meinem Bruder und mir, und ich kann mir vorstellen, dass ich ein paar Tage durch den Wald schleiche und mit den Büchsen rumballere, bevor ich alles verkaufe. Ich habe mich umgesehen, den Nachlass gesichtet, da ist nichts, an dem ich hängen würde. Es kommt alles weg. Von meinem Vater wird eine Menge Geld übrig bleiben, sonst nichts.
Im Moment habe ich viel um die Ohren. Alle möglichen Leute wollen ein Stück vom Kuchen, rufen mich an, quatschen mich voll, wollen empfehlen, beraten, verkaufen. Ich bin jetzt reich, und das kann man keinem wünschen, so viel ist klar. Ich sitze übrigens gerade in einer Hotellobby und werde von zwei Anlageberatern vollgesülzt, die angeblich seit Jahren mit meinem Vater zusammengearbeitet haben. Panama, Liechtenstein, Kanalinseln. Ich werde mich mit 20-Euro-Cocktails abfüllen. Laber laber. Es ist ermüdend. Unendlich ermüdend.

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